Neue Interviews auf Simplonik TV

Ab heute wird das erste von 3 weiteren Gesprächen auf tv.simplonik.com zu sehen sein. Im Abstand von drei Wochen wird jeweils ein neues Video veröffentlicht.

Wir haben Menschen interviewt, die zunächst mehr oder weniger orientierungslos und blind Berufswege einschlugen, welche im allgemeinen gesellschaftlichen Verständnis als erfolgversprechend gelten. Berufskarrieren, die vermeintlich das Überleben sichern, bei denen jedoch Freude und Erfüllung auf der Strecke bleiben. Und wir haben Menschen interviewt, die den Mut hatten, sich immer wieder neu auszuprobieren und auszurichten.

Angetrieben durch die Sehnsucht nach etwas Neuem, Erfüllenderem, wechselten sie ihre Arbeitsfelder. Manchmal war es auch der Leidensdruck in Form von körperlichen Sympthomen oder tiefer, perpektivloser Traurigkeit, welcher Veränderungen anbahnte.

Sie alle folgten ihrem Herzen und entdeckten dabei nach und nach ihre Talente und Fähigkeiten. Jede von ihnen hat einen Weg gefunden, diese beruflich einzusetzen und mit dem Leben in Einklang zu kommen. In den Gesprächen geben sie Einblicke in ihre Erfahrungen und ihre ganz individuellen Lebenswege.

Wir wollen Menschen mit dieser Staffel dazu anregen, sich auf ihre Talente und Fähigkeiten zu besinnen, Mut zu fassen, ihren eigenen Weg zu gehen. Lernen durch Tun ist die entscheidende Strategie und zugleich Leitsatz für einen erfüllten Lebensweg mit Aufgaben anstatt Jobs.

 

Viel Freude und Inspiration!

 


Das erste Interview mit Annabell Hansen zeigt, wie zielführend es sein kann, wenn man keine Scheu davor hat, Neues zu wagen. Entgegen der anerzogenen Geradlinigkeit der Gesellschaft wechselte sie Ausbildungen und Jobs, die sich für sie nicht passend anfühlten und probierte sich immer wieder neu aus.

Das Anfangen und Aufhören hat sich für Annabell gelohnt, denn als 23-Jährige weiß sie heute, was Viele ein Leben lang herauszufinden versuchen. Sie weiß, was sie gut kann und was ihr Freude bereitet. Zudem hat sie einen Weg gefunden, damit finanziell unabhängig zu sein. Darüber hinaus plant sie ein eigenes großes Projekt: eine freie Schule – ohne Noten, starres Sitzen und Fächerdenken. Vielmehr sollen das Lernen in der Natur und das Entdecken mit dem eigenen Körper an erster Stelle stehen.

Bereits in der Schule wusste Annabell, dass ihre Stärken und Interessen vor allem im sozialen Bereich liegen. Denn mehr als der Unterricht interessierten sie die Charaktere ihrer Mitschüler und Lehrer und die Gemeinschaft. Gegen Ende der Schulzeit plagte sie die Frage nach der Berufswahl. In keinem der herkömmlichen Berufe konnte Annabell sich wiederfinden. Das Abitur in der Tasche und immer noch planlos was die Berufswahl anbelangte, war der nächste Schritt die Flucht ins Ausland. In Kanada arbeitete sie als „Au-pair-Mädchen“. Hier kam sie in Kontakt mit dem, was ihr wirklich Freude bereitet: der Umgang mit Kindern.

Es folgten verschiedene Praktika und Aushilfsjobs, bei denen sie durchweg auch ohne Ausbildung einen guten Job machte. So entstand in ihr die Ahnung, dass eine Ausbildung im herkömmlichen Sinn vielleicht doch nicht unentbehrlich sein müsste. Beim Ausüben von vielen eintönigen Jobs wuchs in Annabell eine weitere wichtige Erkenntnis: dass es sich lohnt, auch die kleinen alltäglichen und notwendigen Aufgaben mit Herzblut zu leben.

Trotz ihrer positiven Erfahrungen war die Maxime einer abgeschlossenen Ausbildung für Annabell weiterhin richtungsweisend. Diese anerzogene gesellschaftliche Vorgabe hatte unverändert Macht über sie. So begann sie eine Ausbildung zur Hebamme. Diese erschütterte sie zutiefst. Grund war die respektlose, maschinenartige Art und Weise im Umgang mit Frau und Schwangerschaft. Nach kurzer Zeit brach sie ab. Aus Perspektivlosigkeit entschloss sie sich für ein Lehramt-Studium, welches ihr bereits nach 2 Vorlesungen sinnlos erschien. Die Notlösung war schließlich eine Ausbildung zur Augenarzthelferin.

Annabell war somit im Begriff ihre eigenen Erwartungen und die ihres Umfeldes zu erfüllen. Dennoch wurde ihr nicht zuletzt durch ihre stetige Gewichtszunahme klar, dass diese Tätigkeit für sie nicht erfüllend war und sie nach Beenden der Ausbildung andere Wege einschlagen würde.

Allmählich wuchs das Vertrauen in die eigene Intuition, was durch die Simplonik und das Lesen des Simplonik-Anwendungshandbuches immer mehr gestärkt wurde. Ihrem Gefühl folgend kaufte sie ein Haus auf dem Land mit viel Platz für Kinder und Tiere – perfekt geeignet für ihre jetzige Aufgabe als Tagesmutter. Die eigene Freude, das Vertrauen und die Sympathie der Kinder sowie die Wertschätzung der Eltern zeigen ihr, dass sie auf den Spuren ihrer Berufung ist.

Annabells Bewusstsein für die tragischen Auswirkungen der blinden Anpassung an das gesellschaftliche System wuchs. In ihr reifte der Wunsch heran, einen Ort zu schaffen, an dem Kinder lebendig sein dürfen, und an dem Individualität und Neugier Freiraum hat. „Selbstbewusst, voller Tatendrang, teamfähig, lösungsorientiert, kräftig und gesund!“ – so sollen die Kinder einmal die Schule verlassen, die Annabell zusammen mit ihrem Gründungsteam plant. (www.gesund-in-die-zukunft-havelland.de)