Komm wir essen Opa

Das Thema ist wie man so schön sagt „bierernst“. Doch wir können es mit etwas schwarzem Humor beginnen.

Kürzlich fiel mir eine Postkarte in die Hand auf der Folgendes stand:

Komm wir essen Opa

Unten drunter war klein und unauffällig zu lesen: Satzzeichen können Leben retten.

Ich habe mich köstlich amüsiert und diese Karte gleich gekauft. Stillschweigend gehe ich davon aus, dass Deine sprachlichen Fähigkeiten noch ausreichen, um diesen Witz zu verstehen 🙂 . Zugleich kannst Du sicher sein, dass eine wachsende Zahl von Menschen dies nicht mehr begreifen wird.

Was ist nun die tiefe und wesentliche Botschaft dieser heiteren Einlage? Wir leben im Zeitalter einer zunehmenden digitalen Verblödung, in der die Alltagssprache sich auf immer weniger Worte reduziert. Eigenschaften wie grandios, hervorragend, herausragend, exzellent, wunderbar, fantastisch, außerordentlich usw. werden auf die beiden einfachen Begriffe „Hammer“ und „geil“ eingedampft. Differenzierende Hauptworte und konkret angesprochene Personen lassen sich praktisch zusammenfassen zu „Du Dingens, gib mir doch bitte das Dingsda“.

Ich habe schon wiederholt auf die damit verbundene geistige Verarmung hingewiesen. Wenn uns die Worte fehlen und wir nicht mehr in der Lage sind durch Modulation unserer Stimme Satzzeichen auszusprechen, werden wir in zunehmender Isolation und gepeinigt von Missverständnissen leben. Genau dies passiert, wenn geistig unreife Menschen von ihren Smartphones, Fernsehern, iPods und anderen Geräten „gefressen“ werden.

Die tatsächlich gesprochene Sprache reduziert sich zusehends auf SMS-und Twitter-Niveau. Schon allein das wäre mehr als Grund genug, seine Kinder nicht mehr in eine normale Schule zu schicken.

Die Lösung? Sie ist denkbar einfach. Wähle Bücher, deren Inhalt die Erkenntnis größere Zusammenhänge des Lebens ermöglichen. Sie sollten Deine Fähigkeit fördern, kompetente Entscheidungen in allen wesentlichen Lebensbelangen zu treffen. Alles andere ist sinnfreie Unterhaltungsliteratur. Nach diesen Kriterien habe ich beispielsweise die Bücher für die von mir so genannte Schlüsselbibliothek zusammengestellt. Bücher, die kompetent machen und die das Lesen von vielen anderen Büchern ersparen.

In dieser Hinsicht ist unser Gehirn tatsächlich einem Computer vergleichbar. Füttern wir zusammenhanglosen Datenmüll, vielleicht noch ohne klargestellte Frage, bekommen wir Datenmüll als Ergebnis.

Empfohlene Literatur zum Thema:

Digitale Demenz – Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen – Autor: Manfred Spitzer

Cashback -Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen – Autor: Frank Schirrmacher